Australian Shepherd und Border
Collie -
zwei Rassen im Vergleich
-von Isabelle Becker-
Border Collie und Australian
Shepherd sind zwei Rassen, die von
vielen Leuten in nahezu einem
Atemzug erwähnt werden. Dieser
Vergleich ist bis zu einem gewissen
Grad auch berechtigt. Beide Rassen
gehören zu den Hütehunden der
FCI-Gruppe 1 den „Hüte- und
Treibhunden“ genauer der Sektion 1
den „Schäferhunden“. Sie haben eine
unverkennbare optische Ähnlichkeit,
laut Rassestandard haben beide
Rassen eine Schulterhöhe von ca.
50cm und ein Fell von „mittlerer
Beschaffenheit“ (beim Border Collie
gibt es noch die kurzhaarige
Variante, die auch FCI anerkannt
ist, allerdings sind diese Hunde
seltener anzutreffen). Weiter kommen
in beiden Rassen die gleichen
Farbschläge vor; der Border Collie
ist in der Allgemeinheit
hauptsächlich in klassisch
schwarz-weiß bekannt, den Aussie
kennt man gemeinhin als „buntere
Variante“.
Auch im Hundesport sind beide Rassen
häufig anzutreffen, sie sind
gemeinhin als führige Hunde mit
rassetypisch viel „will to please“
bekannt. Vielleicht auch deswegen
liegt ein vergleichen beider Rassen
nahe.

links: Border Collie Hündin
Fly
rechts: Australian Shepherd
Hündin Doormann´s Sue
Beide Rassen haben
eine nicht zu verleugnende
äußerliche Ähnlichkeit.
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Oft trifft
man bezüglich der beiden Rassen auf
bestimmte klischeehafte Aussagen wie
„der Aussie ist ein Border Collie in
light“ oder „der Aussie ist wie ein
ruhigerer Border Collie“. Solche
Vergleiche werden aber keiner der
beiden Rassen gerecht und es stellt
sich immer wieder die Frage
„worin bestehen die
entscheidenden Unterschiede zwischen
den beiden Rassen?“
oder Interessierte stellen sich die
Frage
„passt eher ein Australian
Shepherd oder ein Border zu mir?“
Um fundiert auf die
Charakterunterschiede eingehen zu
können, muss man zuerst die
Geschichte der Rasse betrachten. Die
Entwicklung und die Einsatzgebiete
der Rasse sind entscheidend
verantwortlich für den Charakter und
sowohl die positiven Seiten einer
Rasse, als auch die Seiten, die
vielleicht im Zusammenleben
Schwierigkeiten bereiten können,
sind darin begründet.
Entstehung und Verwendung
beider Rassen
Border Collie
Der Border Collie wurde als
Hütehund für die Arbeit an Schafen
gezüchtet, er wurde ursprünglich im
Grenzgebiet zwischen Schottland und
England bei der Schafarbeit
eingesetzt. Das Gelände dort ist
sehr unübersichtlich und der Hund
musste oft auch außerhalb der Sicht
des Schäfers arbeiten. Der Schäfer
konnte das richtige Befolgen von
Befehlen oft gar nicht direkt am
Hund sehen sondern sah nur die
Reaktionen der Schafe.
Neben verschiedenen Veranlagungen,
die der Border Collie für die
Hütearbeit selbstverständlich haben
musste, war - um in diesen
geographischen Gegebenheiten
effektiv mit dem Menschen zusammen
arbeiten zu können - ein hohes Maß
an
Kooperativität
unumgänglich. In der Zucht des
Border Collies wurde daher
insbesondere Wert auf diese
Eigenschaft und eine gute
Trainierbarkeit
und Kooperativität gelegt. Weiter
gibt es bei der Arbeit an einer
großen Herde immer wiederkehrende
Probleme die der Border Collie
bewältigen muss (beispielsweise
Angriffe der Schafe auf den Hund) um
sich solchen Situationen immer
wieder zu stellen brauch der Hund
ein hohes Maß an
Frustrationstoleranz.
Es ist wichtig, dass der Hund egal
wie häufig eine Situation
wiederkehrt oder wie schwer eine
Aufgabe ist, diese bewältigt und
nicht die Arbeit abbricht, oder
aufgibt.
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Border Collie Hündin Lynn
bei der Schafsarbeit |
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Die Verhaltensabläufe, die der
Border Collie beim Hüten zeigt
entstammen dem Jagdverhalten. Der
Border Collie schleicht mit
abgesenktem Kopf, ähnlich wie ein
Wolf auf seine Beute zu. Durch
strenge züchterische Selektion wurde
erreicht, dass beim Border Collie
die Endhandlung der Jagd, das Reißen
und Töten, nicht mehr zum
genetischen Verhaltensrepertoire
gehört.
Australian Shepherd
Der Australian Shepherd hingegen
wird im Rassestandard des ASCAs
bezüglich seines Charakters
folgendermaßen beschrieben: „Der
Australian Shepherd ist intelligent,
in erster Linie ein Arbeitshund mit
starkem
Hüte-
und
Schutztrieb
(...)“. Schon hier wird ein erster
und sehr entscheidender Unterschied
zum Border Collie klar: der Aussie
war und ist kein Spezialist, der für
eine bestimmte Arbeit eingesetzt
wurde. Er wurde für vielseitige
Arbeit am Vieh gezüchtet: er
arbeitete sowohl an Rindern, Schafen
als auch Enten. Weiter hat er den im
Rassestandard angemerkten
Schutztrieb und ist im Allgemeinen
durchaus in der Lage seinen Hof /
sein Heim zu bewachen.
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| Rex´s
Millie |
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Doormann´s
Patsy |
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.JPG) |
| Rocking M
Cowboy |
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Rex´s
Sherman |
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Der
Aussie arbeitet aufrecht und zeigt rassetypisch weniger Auge als der
Border Collie. |
Wenn man beide Rassen bei ihrer
ursprünglichen Arbeit vergleicht
gibt es viele grundsätzliche
Unterschiede: Der Australian
Shepherd arbeitet enger an der Herde
und zeigt nur wenig Auge. Weiter
wurde der Aussie insbesondere für
den Umgang mit härteren Situationen
gezüchtet. Er arbeitet problemlos an
großen Rinderherden, und auch bei
der Pfercharbeit überzeigt er durch
seine
Ausdauer
und
Unerschrockenheit.
Weiterhin sind Australian Shepherds
oft sehr
selbstständige
Arbeiter, die allerdings eine
Bezugsperson brauchen, die sie
anleitet.
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JJ Dolly bei der Arbeit an
Rindern |
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Bear bei der Arbeit an
Rindern |
Weiter ist zu beachten, dass der
Border Collie bereits wesentlich
länger für die Hütearbeit selektiert
wurde. Die gesamte Rassegeschichte
des Australian Shepherds ist erst
ca. 70 - 80 Jahre alt, das
Stockdogprogramm (welches sich mit
der Zucht und Förderung des Aussies
als Hütehund befasst) ist ca. 40
Jahre alt. Gerade aufgrund der
kürzeren Zuchtgeschichte des Aussies
ist auch das Arbeitsbild am Vieh
nicht so einheitlich zu beschreiben
wie beim Border Collie.
Das war nun ein längerer Ausflug in
die Entstehung und Entwicklung der
beiden Rassen, wobei ich den
historischen Rahmen weitgehend
ausgeblendet habe. Viel mehr geht es
mir darum, die unterschiedlichen
Ansprüche, die an die beiden Rassen
gestellt wurden, darzustellen. Aus
der Entwicklung der beiden Rassen
lassen sich am besten die doch recht
großen Unterschiede erklären.
Charakterliche Unterschiede
und potentielles Fehlverhalten
Aus den Entstehungsgeschichten
beider Rassen gehen schon gewisse
Unterschiede klar hervor, der Border
Collie ist ein weicherer Hund, der
kooperativ, leicht trainierbar aber
auch wesentlich spezialisierter auf
ein bestimmtes Aufgabengebiet, als
der Australian Shepherd.
Gerade aufgrund seiner großen
Kooperationsbereitschaft und
Arbeitsfreude ist der Border Collie
im Hundesport schnell sehr beliebt
geworden. Der Border Collie ist egal
um was es geht ein verlässlicher
Partner, der erlernte Aufgaben mit
einem hohen Maß an Routine
wiederholt abarbeitet.
Das klingt nun natürlich wie der
Wunschtraum eines jeden
Hundebesitzers, aber aus der
gleichen Gründen aus denen der
Border Collie (richtig angeleitet)
zu einem tollen Partner werden kann,
kann er auch zu einem Problemhund
werden. Man sieht das Bild leider
schon viel zu oft: Border Collies,
die hysterisch immer wieder Bällchen
vor die Füße ihres Besitzers werfen,
um ihn erneut geworfen zu bekommen;
oder Border Collies die Autos,
Jogger und Radfahrer fixieren oder
sogar statt normalem Spielverhalten
zu zeigen, ihre Artgenossen
fixieren. Oft wird dieses Verhalten
von den Besitzern sogar nicht als
Problem erkannt. Schließlich
zerstört der Hund nicht die
Wohnungseinrichtung oder schadet
anderen, nur die wenigsten sind sich
bewusst darüber, dass ein Hund der
hysterisch Bällchen apportiert
permanent in einer
Stresssituation
ist. Auch das fixieren von
Artgenossen, Autos und Menschen kann
keineswegs als Ausleben eines
natürlichen Verhaltens angesehen
werden. Da das Hüteverhalten aus dem
Jagdtrieb erfolgt, jagt der Border
Collie seine Artgenossen und den
Menschen, was keinesfalls ein
harmloses „Vergehen“ ist.
Ein weiteres Problem beim Border
Collie kann entstehen, wenn der
Hundeführer nicht in der Lage ist,
seinem Hund zu vermitteln was „Ruhe“
ist. Viele Border Collies sind nicht
dazu in der Lage sich selbst wieder
zur Ruhe zu bringen, und benötigen
dazu, zumindest zu Beginn, Hilfe.
Es ist wichtig ihm auch wirklich zu
vermitteln wann er seine Auszeiten
hat, sonst läuft man in der Gefahr,
einen dauerhaft aufgedrehten Border
zu besitzen, der aber dann meist
nicht mehr in der Lage ist, unter
Trieb
konzentriert
zu arbeiten.
Nun zum Aussie. Der Australian
Shepherd ist ein wesentlich härterer
Hund als der Border Collie. Er wurde
wie oben bereits erwähnt für Arbeit
an schweren Tieren gezüchtet, und
eine gewisse Härte war dafür
selbstverständlich absolute
Voraussetzung. Um einen Aussie zu
führen muss die Bezugsperson ein
höheres Maß an Disziplin und
Konsequenz aufweisen, sonst neigt
der Aussie dazu selbst die
Entscheidungen zu treffen.
Der Aussie ist ähnlich wie der
Border Collie ein Hund der einen
gewissen „will to please“ hat und
mit seiner Bezugsperson arbeiten
will, daher erfreut auch er sich im
Hundesport immer größerer
Beliebtheit. Er hat den Ruf ein
etwas „leichterer“ Border Collie zu
sein, da der Australian Shepherd
nicht dieses oben beschriebene Jagd-
/ Hüteverhalten zeigt, wie der
Border Collie. Der Australian
Shepherd der im Rassestandard schon
als „Arbeitshund mit Hüte- und
Schutztrieb“ bezeichnet wird, ist
kein solcher Spezialist wie der
Border Collie und dadurch neigt er
auch nicht dazu die oben
beschriebene Palette von
Fehlverhalten zu zeigen, die man
beim Border leider immer wieder
sieht.
Doch ist der Aussie dadurch wirklich
ein leichterer, unkomplizierterer
Hund?
Auch der Aussie will arbeiten und
muss beschäftigt werden, allerdings
ist der Aussie ein Hund der
eigenständig
arbeiten will. Der Aussie wird in
den seltensten Fällen die gleichen
Regeln immer wieder abarbeiten und
befolgen, ohne sie mal in Frage zu
stellen, oder eigene Lösungen zu
suchen.
Der Australian Shepherd wird auch
beispielsweise im Hundesport nicht
unbedingt immer 100% geben, das
liegt nicht an Sturheit oder
Faulheit, sondern es gibt viele
Gründe dafür: der Aussie möchte
immer die ganze Situation „im Blick“
behalten. Er hat das ganze Geschehen
im Visier und es entgeht ihm auch
nichts was gerade am Rande
geschieht.
Ein Australian Shepherd der keine
richtige Führung oder Beschäftigung
bekommt, wird eine ganz andere
Palette von Fehlverhalten zeigen,
als der Border Collie. Mittlerweile
sieht man sie immer öfter,
Australian Shepherds mit absolut
übersteigertem Schutztrieb, die in
ganz normalen Alltagssituationen
meinen „nach vorne“ gehen zu müssen.
Ein Aussie der nicht konsequent
genug geführt wird, wird die
Situationen selbst „einschätzen“ und
sicher auch im Alltag oft zu anderen
Ergebnissen kommen als von seinen
Besitzern erwünscht. Er wird sie
versuchen vor allem was er als
bedrohlich empfindet zu beschützen
und zu einer Gefahr oder zumindest
Belastung werden. Leider sieht man
immer mehr Aussies die sowohl
gegenüber Fremden als auch gegenüber
Artgenossen aggressiv sind, was mit
Sicherheit langfristig zu einem
vollkommen falschen Bild von der
Rasse in der Öffentlichkeit führt.
Ein Aussie benötigt
oft eine konsequente Führung sein
Schutztrieb ist heute in der
Gesellschaft nur noch selten
erwünscht
Der Aussie ist
kein
leichterer Border Collie sondern
eine komplett andere Rasse, mit
anderer Entstehungsgeschichte,
anderem Wesen und vor allem auch
anderen Ansprüchen an seinen
Besitzer.
Die
beiden Rassen
haben durchaus
ihre
Gemeinsamkeiten,
aber die Liste
der Unterschiede
ist mindestens
genauso groß,
und man wird
keiner der
beiden Rassen
gerecht, wenn
man einfache
Parallelen
zieht, und
versucht sie
darauf zu
reduzieren.
Australian
Shepherd und
Border Collie
sind zwei
faszinierende
Rassen, die
allerdings
bezüglich des
Umgangs komplett
verschiedene
Anforderungen
haben.
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Australian Shepherd und
Border Collie im Hundesport
Es gibt viele kontrovers geführte
Diskussionen ob es einem Hund der
als Arbeits- und Hütehund gezüchtet
wurde ausreicht ausschließlich oder
hauptsächlich im Hundesport geführt
und ausgebildet zu werden. Auf diese
Diskussion möchte ich hier nicht
näher eingehen, sich darüber eine
Meinung zu bilden bleibt ohnehin
jedem selbst überlassen.
Fakt ist dass mittlerweile in den
neueren Hundesportarten, wie Agility
und Obedience, immer mehr Border
Collies und zum Teil auch Aussies
gesehen werden. Der immer wieder
zitierte „will to please“ macht es
verhältnismäßig leicht einen solchen
Hund auszubilden.
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Doormann´s Happy Sheeva beim
Agility |
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Doch auch im Hundesport gibt es
signifikante Unterschiede zwischen
den beiden Rassen, die in den
absolut unterschiedlichen
Charakteren begründet sind.
Der Border Collie ist meist
leichtführiger, weicher und
einfacher zu trainieren. Hat er
einen Übungsablauf verstanden so
wird er ihn ausführen ohne das
Kommando in Frage zu stellen, oder
den eigenen „Nutzen“ abzuwägen.
Zumindest anfänglich – stupide
Wiederholungen von trivialen Übungen
(wie beispielsweise ständiges Laufen
eines bestimmten Schemas) stumpfen
ihn ab, und verderben ihm die
Freunde an der Arbeit. Solange der
Hundeführer das Training allerdings
interessant und anspruchsvoll
gestaltet, kann er davon ausgehen,
dass der Border Collie Übungen die
er beherrscht, auch entsprechend
zeigt.
Das klingt nun mit Sicherheit sehr
nach „Traumhund“ aber der Border
Collie lernt sehr schnell. Erlaubt
sich der Hundeführer Fehler in der
Ausbildung, so ist es teilweise
nicht mehr oder sehr schwer möglich
bestimmte Abläufe zu korrigieren.
Der Border Collie geht selten
bewusst in Konfrontation mit seinem
Besitzer, viel eher versucht er
unterschwellig Ungehorsam zu sein.
Also bestehende Regeln zu verbiegen,
immer in kleinsten Schritten sich
etwas mehr Rechte zu erobern.
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Doormann´s Happy Sheeva beim
Agility |
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Doormann´s Happy Sheeva beim
Obedience |
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Sowohl Australian
Shepherd als auch Border
Collie haben Spaß an der
gemeinsamen Arbeit mit dem
Menschen. |
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Sowohl Border Collie als auch
Australian Shepherd sollten ruhig
ohne bellen arbeiten. Kläfft der
Border Collie kann man sicher sein,
dass er aktuell
nicht
konzentriert ist. Beim Aussie gibt
es mittlerweile das Bild, dass ein
arbeitender Aussie immer kläfft,
aber dies sollte auch eher die
Ausnahme als die Regel sein. An
dieser Stelle möchte ich Sandra
Zilch zum Thema Kläffen beim Aussie
zitieren:
„...die mittlerweile fast
gängige Meinung, dass des Aussies
Rassemerkmal ist dass er beim
arbeiten bellt, Rute hoch, ist
unserer Meinung nach eine
Katastrophe für die Rasse. Wir haben
auf unserem Weg zu dem Typ Aussie
den wir mögen ein paar gute Hunde
hervorgebracht die auch beim
arbeiten bellen. Es ist ein recht
dominant vererbtes Merkmal. Aber man
wird es immer seltener bei unseren
Hunden antreffen.“
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HOF Sire WTCH
Pincie Creek Cowboy RD RTDc
Australian Shepherds
wie man sie sich bei der
Arbeit vorstellen sollte:
Tiefe Rutenhaltung und
ruhig! |
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Hof Dam Lightfood Sis of
Pincie Creek
STDcds |
Der Aussie ist wie der Border ein
Hund den man immer häufiger im
Hundesport antrifft. Allerdings ist
seine Verbreitung meist nur
regional, auf großen Prüfungen
dominieren die Border Collies.
Woran liegt es?
Der Australian Shepherd ist ein Hund
der sehr viel Spaß an der
gemeinsamen Arbeit hat, der aber
keineswegs eine Aufgabe „einfach so“
hinnimmt weil es ihm jemand gesagt
hat. Der Aussie will eigenständig
arbeiten, und in seiner Arbeit auch
einen „Nutzen“ sehen. Das bedeutet
allerdings nicht, dass der Aussie
nur für Leckerlis oder Spiel
arbeitet, aber es verlangt dem
Hundeführer sicher ein nicht gerade
geringes Maß an Überzeugungskraft
ab, dem Aussie zu erklären
wieso
eine bestimmte Hundesport-Aufgabe
nun erfüllt werden soll.
Der Aussie wird auch im Gegensatz
zum Border Collie ein erlerntes
Kommando (auch bei wirklich
durchdachtem und motivierendem
Training) nicht immer – oder mit
sehr
hoher Wahrscheinlichkeit – befolgen.
Ein Aussie wird immer mal wieder
probieren ob man eine Aufgabe nicht
doch anders lösen kann.
Das klingt jetzt vielleicht recht
negativ, aber eins ist sicher, der
Aussie ist eine faszinierende Rasse,
mit all seinen Stärken und
Schwächen. Aber wenn man rein Ziel-
und Leistungsorientiert ist, ist der
Aussie sicher eine „Liebhaberrasse“
– man kann
alles
mit ihm anfangen. Er wird sich in
allem
gut schlagen.
Aber er hinterfragt auch viel, und
hat seine eigenen Vorstellungen von
bestimmten Situationen.
Zukünftige Entwicklung
beider Rassen
Sowohl beim Australian Shepherd
als auch der Border Collie gibt es
große züchterische Veränderungen in
den letzten zehn bis zwanzig Jahren.
Der durchschnittliche Hundebesitzer
hat oft nicht die Zeit und
Motivation einen Arbeitshund
auszulasten und seiner Natur
entsprechend zu fördern, möchte aber
dennoch einen leichtführigen und
kooperativen Hund. Daher gibt es
mittlerweile Bestrebungen bei beiden
Rassen eine „ruhigere Variante“ zu
züchten.
Beide Rassen sind mittlerweile ganz
deutlich in eine Show- und eine
Arbeitslinie aufgespaltet, und die
Hunde weisen nicht nur vom Wesen
sondern auch optisch schon sehr
große Unterschiede auf.
Was spielt das nun beim Thema
„Vergleich Aussie – Border“ für eine
Rolle?
Es ist folgendes: die
charakteristischen Rassemerkmale auf
die ich mich in meiner obigen
Beschreibung bezogen habe betreffen
das ursprüngliche Wesen der beiden
Rassen. Das Wesen, welches entstand,
als man lediglich auf den Charakter
und die Arbeitsleistung bei der
Zucht geachtet hat.
Wenn die Zucht allerdings neue
Wege einschlägt, verändert sich
zwangsläufig auch das Wesen. Dadurch
findet man mittlerweile sowohl beim
Aussie als auch beim Border Collie
Hunde die gar nicht mehr
arbeitsfreudig oder temperamentvoll
sind und auch Hunde die gar keinen
Instinkt mehr für ihre ursprüngliche
Arbeit, die Hütearbeit haben.
Letzteres bedeutet aber nicht, wie
oft beim Border Collie damit
geworben wird, dass der Hund
dadurch, auch nicht mehr zu gewissen
Fehlverhalten, wie beispielsweise
Autos fixieren, neigt. Oft haben
diese Hunde noch einzelne Fragmente
des Verhaltensrepertoires beim Hüten
erhalten, es fehlt ihnen nur die
Fähigkeit noch sinnvoll an der Herde
arbeiten zu können.
Momentan würde ich die Situation
folgendermaßen beschreiben: All
diese Charakteristika und
Wesensmerkmale kommen noch in den
beiden Rassen vor. Allerdings ist es
abhängig von der Linie /
Zuchtrichtung in welcher Ausprägung
bestimmte Merkmale noch vorhanden
sind. Daher ist es für den
Welpeninteressent sehr wichtig sich
nicht nur über eine Rasse zu
informieren, und sich für die Rasse
zu entscheiden, die besser zu ihm
passt. Sondern es ist ebenso
wichtig, sich über Linien und
Zuchtrichtungen zu informieren.
Nichts
desto trotz
bleiben
unabhängig von
Linie und
Abstammung
Australian
Shepherd und
Border Collie
zwei
unterschiedliche
Rassen mit
unterschiedlichen
Ansprüchen an
ihre zukünftigen
Besitzer.
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.JPG) |
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Australian Shepherd Rüde
Rex´s Sherman und Border
Collie Hündin Lynn |
Quellen
Dr. Viola Hebeler: Quo Vadis Border
Collie – Traumhund oder Problemhund
Mirjam und Maarten Walter: Der
Australian Shepherd – Hansdampf in
allen Gassen
Sandra Zilch: Der Australian
Shepherd